Druckausgabe

Alexander von Humboldt, Sämtliche Schriften (Aufsätze, Artikel, Essays). Berner Ausgabe, herausgegegeben von Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich, 10 Bände, München: dtv 2019. Rund 6800 Seiten.

Neben seinen zwei Dutzend Büchern in 50 Bänden veröffentlichte Alexander von Humboldt (1769–1859) in den sieben Jahrzehnten seiner wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit mehrere hundert Essays, Aufsätze in Zeitschriften, Artikel in Zeitungen und Beiträge zu Bänden anderer Autoren. Dieses ebenso vielfältige wie umfangreiche Werk war lange Zeit nicht erschlossen, in Bibliotheken nur schwer zugänglich und selbst der Forschung kaum bekannt. Dass Humboldts verstreute Schriften weder vollständig ermittelt noch ediert waren, ist umso erstaunlicher, als sie wissenschaftsgeschichtlich eine große Bedeutung haben. Sie leisten Beiträge zu diversen Forschungsgebieten: von der Anthropologie über die Archäologie, Botanik, Chemie, Geologie, Kartographie, Klimaforschung Kunstgeschichte, Linguistik, Mathematik und Physik bis zur Zoologie. Sie entwerfen Modelle, die Disziplinen bestimmt haben – etwa die „isothermen Linien“ als innovative Methode zur Darstellung empirisch erhobener Daten oder die „Geographie der Pflanzen“ als transdisziplinäre Migrationskunde. Sie berichten von Forschungsreisen durch die spanischen Kolonien (1799–1804) bzw. durch das zaristische Russland (1829) und beleuchten Begegnungen mit fremden Kulturen, exotischen Landschaften oder unbekannten Tierarten. Sie nehmen Stellung zu politischen und ökonomischen Themen, etwa zu Kolonialismus und Sklaverei, zur Zukunft des Welthandels und zur Idee eines Panama-Kanals. Und nicht zuletzt haben sie literarische Qualitäten. Alexander von Humboldts kreatives, flexibles, offenes Denken kommt in kürzeren Arbeiten besonders zur Geltung. In der freien Gattung des Essays findet es seinen idealen Ausdruck. Der Autor von Großwerken wie dem fünfbändigen Kosmos war ebenso ein ‚Meister der kleinen Formen‘.

Die Berner Ausgabe der Aufsätze, Artikel und Essays umfasst sämtliche zu Humboldts Lebzeiten unselbständig veröffentlichten Drucke: rund 800 verschiedene Texte mit Varianten und Übersetzungen zwischen 1789 und 1859. Sie erschließt das weitgehend unerforschte Corpus seiner verstreuten Schriften – Humboldts ‚anderen Kosmos‘. Als erste Gesamt-Edition einer Werkgruppe schafft sie eine neue Grundlage für die internationale Humboldt-Forschung und zugleich für die interkontinentale Wissenschafts-, Reise- und Kulturgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Berner Ausgabe besteht aus sieben Textbänden, die Humboldts sieben Jahrzehnte umfassende Publikationstätigkeit chronologisch abdecken, sowie aus drei Ergänzungsbänden: Ein Apparatband enthält eine allgemeine Einleitung sowie den Editorischen Bericht, die Gesamtbibliographie des Corpus, Personen- und Ortsregister sowie Glossare zu den Publikationsmedien, Maßen, Instrumenten und zitierter Literatur; ein Forschungsband vereint Transversalkommentare, die thematische Linien durch das gesamte Corpus sichtbar machen; und ein Übersetzungsband enthält deutsche Übertragungen der noch nie auf Deutsch erschienenen Texte. Sämtliche Bände liegen zu Humboldts 250. Geburtstag am 14. September 2019 vor.

Infoblatt und Website des Verlags

Medienecho

„Eine Sensation“ (Süddeutsche Zeitung)

„Dem Autor angemessen, eine Edition der Superlative.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Von Bern aus muss man nun AvH noch einmal neu betrachten, zu einer neuen Reise aufbrechen. Was ist geschehen? Etwas Sensationelles. Im August, vor ein paar Wochen erst, trifft die große Kiste ein. „Die Berner Ausgabe Sämtlicher Schriften“, herausgegeben von einem Team um Oliver Lubrich und Thomas Nehrlich. Zehn Bände im Schuber, 6848 Seiten, elf Kilo leicht, muss man sagen, denn die Bedeutung dieser epochalen Edition ist kaum aufzuwiegen.“ (Der Tagesspiegel)

„Diese Ausgabe bringt nicht Humboldts Bücher. Sie veröffentlicht mehr als 800 Artikel, die er für wissenschaftliche Zeitschriften schrieb. Die meisten von ihnen werden hier zum ersten Mal wieder gedruckt. […] Man sollte nicht erschrecken vor dem riesigen Angebot, sondern die Inhaltsverzeichnisse durchschlendern wie eine unbekannte Stadt. Was heißt hier Stadt!? Es ist eine Welt, ja das Universum.“ (Frankfurter Rundschau)

„Die Humboldt-Forschung dürfte damit um einiges reicher werden. Vielleicht könnte man ja, solange das Humboldt-Forum noch leer ist, dort an jedem Abend auf der Baustelle ein, zwei Stunden kostenfrei aus diesen Texten vorlesen lassen.“ (rbbKultur)

„großartig“ (rbbKultur)

„Elf Kilo unbekannte Schriften“ (Kurier)

„Magic Humboldt Box“ (Der Tagesspiegel)

„Ein unbekannter Schatz“ (Freie Presse)

„Eine Feier des gedruckten Buches für Alexander von Humboldt zum 250. Geburtstag“ (feuilletonscout.com)

„Die Schriften zeigen auch: Der vielsprachige und kosmopolitische Humboldt war weniger Preuße als vielmehr ein Weltbürger.“ (Frankfurter Neue Presse)

„Die Texte zeigen bisher ungekannte Facetten des vermeintlich bekannten 'Vermessers der Welt' und 'Erfinders der Natur‘.“ (Nordsee-Zeitung)

„Nun aber erscheint mit den „Sämtlichen Schriften“ (dtv, 6848 Seiten in zehn Bänden, 250 Euro) eine sensationelle, zehnbändige Ausgabe weitgehend unbekannter Schriften. Schriften, die über fast zwei Jahrhunderte vergessen waren und nun ein ganz neues Bild des Welterforschers vermitteln.“ (Hannoversche Allgemeine)

„Mit Humboldt als Augenzeugen reist man in den ‚Schriften’ als vagabundierender Leser um weite Teile des Erdballs.“ (Profil)

„Den Grundstein haben die Herausgeber gelegt.“ (hpd)

Vorzugsausgabe


Studienausgabe